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Vortragsreihe Bauernkriege

im Rahmen der Sonderausstellung „Sturm und Vergeltung“

Dienstag, 21.4.2026 – Vortrag „Bauernkrieg? Die Aufstände in Mitteleuropa 1524-1526“

Univ.-Prof. Dr. Martin Knoll (Universität Salzburg)

Am 21. April 2026 gab der Historiker Martin Knoll einen interessanten Überblick über die Aufstandsereignisse, die zwischen 1524 und 1526 weite Teile Mitteleuropas in Bewegung versetzt hatten. Mit dem Salzburger Bauernkrieg steht ja gerade ein besonders folgenreiches Kapitel dieser Geschichte im Mittelpunkt unserer Sonderausstellung – Knolls Vortrag bot dazu den großen europäischen Rahmen.

Schon das Fragezeichen im Titel verriet die Stoßrichtung: War es überhaupt ein „Bauernkrieg“? Der Begriff ist eine Vereinfachung, die vor allem durch die Geschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts geprägt wurde. Tatsächlich kämpften nicht nur Bauern – auch Bergleute, Handwerker und städtische Unterschichten waren Teil der Aufstände. Und von einem einheitlichen „Krieg“ kann kaum die Rede sein: Eher eine Abfolge regionaler Erhebungen, die zeitlich und räumlich zusammenfielen, aber keine geschlossene Bewegung bildeten. Knoll ordnete diese Vielschichtigkeit in ihren epochalen Kontext ein und nahm dabei auch die lange Nachwirkung in den Blick – wie spätere Generationen die Ereignisse erinnert, gedeutet und für ihre eigenen Zwecke in Anspruch genommen haben. Eine Frage, die sich als erstaunlich aktuell erwies.

Die zahlreichen Besucherinnen und Besucher folgten den Ausführungen konzentriert und neugierig. Beim gemütlichen Get-together im Anschluss wurde dann noch lange und angeregt mit dem Referenten diskutiert – genau die Art von Abend, für die solche Veranstaltungen gemacht sind.

Herzlichen Dank an Martin Knoll für den bereichernden Abend!

 

 

 

Lesung Knoll

v.l.n.r.: LAbg. Bgm. Hannes Schernthaner, Stv.-Obm. Erich Rexeisen, Dr. Angelika Gautsch, Obm. Hans Jäger, Dr. Andrea Dillinger, Dr. Martin Knoll, Manuel Scherer-Windisch MA

Dienstag, 26.5.2026 – Vortrag „Geschichte zum Anfassen. Der Bauernkrieg zwischen Schlachtfeld und Schmiede“

Dr. Mag. Florian Knoll

Am 26. Mai 2026 nahm Florian Messner von der Universität Innsbruck das Publikum im Meixnerhaus mit in eine Welt aus Stahl, Taktik und handwerklichem Können: Sein Vortrag beleuchtete die militärischen Dimensionen des Bauernkriegs – und machte sie im wahrsten Sinne des Wortes greifbar.

Denn um 1525 prallten gleich zwei Epochen aufeinander: Die klassischen Ritter des Mittelalters erlebten ihren letzten Höhepunkt, während Landsknechte mit Piken und Feuerwaffen bereits die Kriegskunst der Neuzeit ankündigten. Messner zeichnete diese Transformation anhand der beteiligten Kräfte, ihrer Taktiken und ihrer Ausrüstung nach – sowohl aus historischer als auch aus archäologischer Perspektive. Was die Aufstände von 1525/26 auch militärisch so fesselnd macht, wurde dabei deutlich: Sie fallen genau in diesen Umbruch, in dem sich entschied, wie Europa künftig Krieg führen würde.

Besonderes Highlight des Abends war das Hands-on-Material, das Messner mitgebracht hatte: Schwerter, Rüstungsteile und Schmiedezwischenprodukte luden zum Anfassen und Staunen ein – und sorgten für Momente, die kein Lehrbuch ersetzen kann. Einen Einblick gab Messner auch in sein aktuelles Forschungsprojekt Klang2, das den faszinierenden Weg vom Erz zum fertigen Schwert untersucht und Archäologie, Metallurgie und experimentelle Archäologie miteinander verbindet.

Ein kurzweiliger und erkenntnisreicher Abend – herzlichen Dank an Florian Messner!

Der VSF kocht für Sie
am 24. Juli 2026

Bratwürste vom jungen Reh mit Paprikakraut
Kochen am Kirchbichl

Brotbacken ab 10 Uhr

Mittagessen ab 11 Uhr

Steinerbauernhaus | Kaprun Museum